Projekt

Proyecto FRIESE ist ein kleines Hilfsprojekt in Kolumbiens Hauptstadt Bogota für Menschen mit besonderem Förderbedarf. Unser Ziel ist, dass diese Menschen ein selbstbestimmtes Leben führen und an der Gesellschaft teilhaben können.

Wie wir das erreichen? In Kleingruppen-Workshops vermitteln wir unseren Teilnehmenden lebenspraktische Kompetenzen. Mit einer gezielten Einzelförderung bereiten wir sie auf den Berufseinstieg vor. Anschließend begleiten wir sie bei ihren ersten Schritten in der Arbeitswelt.

Die Stadtteilarbeit ist eine weitere wichtige Säule unseres Projekts. Dabei steht unser Gemeinschaftsgarten, die Huertolaria, im Zentrum. Mit offenen Angeboten sensibilisieren wir die Bewohner*innen des Viertels für das Thema Inklusion und ermutigen sie zu einem unvoreingenommenen Umgang mit Menschen mit besonderem Förderbedarf.

Wer steht hinter FRIESE?

Auf kolumbianischer Seite ist Teresa Sprenger für das Projekt verantwortlich, eine in Deutschland ausgebildete Sonderpädagogin. Die Sozialarbeiterin Neyda Campaz, der Umweltingenieur Guillermo Peña und wechselnde Praktikant*innen stehen ihr zur Seite. In Deutschland wird das Proyecto FRIESE durch den Verein Freundeskreis Friese e. V. unterstützt. Von Nordrhein-Westfalen aus knüpft der Freundeskreis Kontakte, beschafft und verwaltet Spenden und vermittelt Praktika in Kolumbien.

Das FRIESE-Team in Kolumbien: Sonderpädagogin Teresa Sprenger (Projektleitung), Sozialarbeiterin Neyda Campaz (Gruppen-Workshops, Einzelförderung und Praktikumsbegleitung), Umweltingenieur Guillermo Peña (Huertolaria und Einzelförderung). Nicht im Bild ist Buchhalter Daniel Santoro.

Das Projekt

Das Proyecto Friese besteht aus vier verschiedenen Arbeitsschwerpunkten: den Kleingruppen-Workshops, den Einzelförderungen, der anschließenden Praktikumsvermittlung und -begleitung sowie dem Gemeinschaftsgarten Huertolaria.

In unseren Workshops werden übergeordnete Kompetenzen für den Berufsalltag vermittelt. Dazu zählen eigenständiges Arbeiten, Teamfähigkeit, verantwortlicher Umgang mit Arbeitsmaterialien oder das Üben von Arbeitsabläufen.

Unsere Teilnehmenden setzen außerdem gemeinsam mit dem pädagogischen Personal individuelle Schwerpunkte. Dazu gehören die Stärkung des Selbstbewusstseins, eigenverantwortliches Handeln, die Selbstwahrnehmung, die Interaktion in der Gruppe und mehr. Durch diese Schwerpunkte sollen die Teilnehmenden Selbständigkeit erfahren, Entscheidungen treffen und ein Bewusstsein für das eigene Können entwickeln.

Kleingruppen-Workshops

Unser Schwerpunkt in der Kleingruppenarbeit (3–6 Teilnehmende) ist das Herausarbeiten der persönlichen Interessen und Kompetenzen. Wir vermitteln Basisfertigkeiten wie Lesen und Schreiben oder das eigenständige Zubereiten von Mahlzeiten vom Einkauf bis zur fertigen Mahlzeit auf dem Teller. In gruppendynamischen Angeboten arbeiten wir an der Verbesserung der sozialen Kompetenzen.

Ziel dieses Angebots ist die Persönlichkeitsstärkung. Dazu wird das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und ein realistisches Selbstbild gefördert. Das sind für uns Voraussetzungen für eine gelingende Inklusion in die Gemeinschaft auf sozialer sowie beruflicher Ebene.

Einzelförderungen mit anschließendem Praktikum

Das Ziel der Einzelförderung ist der Berufseinstieg der Teilnehmenden. Sie baut auf die im Gruppenangebot gewonnenen Erkenntnisse auf.

Bei diesem Schritt arbeiten wir eng mit den Assistenzpersonen unserer Teilnehmenden zusammen. Die erfahrenen Begleitpersonen unterstützen die Teilnehmenden bei der Eingliederung.

In der Einzelförderung arbeiten wir vertieft an den individuellen Zielen. Dazu gehören die Verbesserung kommunikativer Fähigkeiten durch unterstützte Kommunikation, der Merkfähigkeit, handwerklicher Kompetenzen, der Selbstsicherheit, der Orientierung im Viertel sowie das Herausarbeiten der persönlichen Interessen.

Parallel beginnen wir mit der Suche einer passenden Praktikumsstelle für die/den Teilnehmenden im Viertel. Dazu stellen wir unseren Ansatz in verschiedenen Kleinbetrieben vor. Bei positiver Resonanz arbeiten wir mit den Betriebsleitenden zusammen, um Erfahrungsräume für den/die Praktikant*in zu schaffen.

Während des Praktikums reduzieren wir die Begleitung durch Frieses Sozialarbeiterin nach und nach. Dadurch wird die/der Teilnehmende eigenständiger und gewinnt Selbstvertrauen. Außerdem entwickeln sich so soziale Beziehungen zu den Mitarbeitenden der Betriebe. Dadurch fühlen sich die Teilnehmenden wertgeschätzt und erleben sich als Teil eines Arbeitsteams.

Nach dem Praktikum gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wenn das Praktikum dem/der Teilnehmenden nicht gefallen hat, suchen wir nach Möglichkeiten in anderen Arbeitsbereichen. Verläuft das Praktikum zur Zufriedenheit aller Beteiligten, kann die/der Teilnehmende stundenweise als zusätzliche Arbeitskraft übernommen werden und erhält ein Gehalt wie andere Angestellte des Betriebs. Daneben hat der/die Teilnehmende die Möglichkeit, sich im kennengelernten Berufsfeld in Institutionen (z. B. Volkshochschule) weiterzubilden. Diese Phase wird nach Bedarf weiterhin von Friese begleitet.

Gemeinschaftsgarten Huertolaria

Seit Mai 2015 wandeln wir ein verlassenes Grundstück der Gemeinde Stück für Stück in den heutigen Gemeinschaftsgarten Huertolaria um. Huerta bedeutet produktiver Garten auf Spanisch und CandeLARIA ist der Name des Stadtteils.

Durch die Huertolaria zeigen wir im Viertel Präsenz und machen unsere Arbeit sichtbar. Interessierte können während unserer viermal pro Woche stattfindenden Gruppen-Workshops vorbeischauen und mitgärtnern.

Einerseits nutzen wir den Kontakt mit der Natur und die Arbeit mit den Händen, um unseren Teilnehmenden Selbstvertrauen in ihre eigenen Kompetenzen zu vermitteln. Im Stadtteilgarten übernehmen alle Verantwortung, Gewinne sowie Verluste werden geteilt. Die Teilnehmenden erleben Gemeinschaft sowie Wertschätzung und Bewunderung für die geleistete Arbeit.

Andererseits hat sich die Huertolaria inzwischen zu einem Ort der Begegnung entwickelt. Die unterschiedlichsten Menschen kommen zusammen, um zu gärtnern, sich zu entspannen, sich auszutauschen und sich über die verschiedenen Methoden der urbanen Landwirtschaft zu informieren.

Fortschritte des Projekts

Die neuesten Entwicklungen von Proyecto FRIESE kannst du auf unserer Facebook-Seite mitverfolgen. Wenn du Informationen zum Fortschritt des Projekts per E-Mail erhalten möchtest, kannst du oben am rechten Seitenrand den FRIESE-Newsletter abonnieren.

FRIESE ist auf deine Unterstützung angewiesen

Ohne die tatkräftige Unterstützung unzähliger Helfer*innen und Spender*innen wäre das Proyecto FRIESE nicht möglich. Wie auch du das Proyecto FRIESE unterstützen kannst, erfährst du hier.